Die sicherste und nebenwirkungsärmste Methode der Verhütung ist die Sterilisation des Mannes. Hier kommt es nicht, wie z.B. bei den verschieden medikamentösen Verhütungsmethoden bei der Frau, zu einer Beeinflussung des Hormonhaushaltes und damit möglicherweise auch der Libido. Und, was auch beruhigend sein kann, aber nicht geplant werden sollte, man kann sie auch wieder rückgängig machen.

Durch einen kleinen operativen Eingriff in örtlicher Betäubung werden die Samenleiter unterbunden und somit verhindert, dass die Spermien, die im Hoden produziert werden, auch in den Samenerguss gelangen können. Der Körper baut sie dann problem- und folgenlos wieder ab.

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Als Operationsvorbereitung sollte am Tag vor dem Eingriff eine komplette Rasur im Genitalbereich erfolgen. Da die Situation möglichst entspannt ablaufen sollte, raten wir immer zu einer vorangehenden Schmerzinfusion, die die Schmerzempfindlichkeit senkt, sowie einer `Schlafspritze`, die zwar keine Narkose darstellt, aber den Patienten vorübergehend schlafen lässt, so dass er vom Eingriff selber nichts mitbekommt. Dann werden die beiden Samenleiter in örtlicher Betäubung, die vor dem Eingriff eingespritzt wird, über einen kleinen Schnitt am Hodensack freigelegt, ein ca. 1 cm langes Segment entnommen, die beiden Enden dann wieder durch Elektrokoagulation und Naht verschlossen und der Schnitt zur Blutstillung schichtweise verschlossen. Der Gesamte Eingriff dauert ca. 20 Minuten. Nach einer gewissen Ruhezeit im Aufwachraum kann der Patient dann wieder in Begleitung eines Angehörigen nachhause gehen. Zuerst wirkt dann noch die örtliche Betäubung weiter, sollten später Wundschmerzen auftreten können diese gut mit einem Ibuprofen-Präparat, das verschreiben wird, behandelt werden. Über unsere Notfall-Handy-Nummer bleiben wir aber immer erreichbar. Am nächsten Tag erfolgt dann eine erste Wundkontrolle in der Praxis.

Direkt nach dem Eingriff sollte eine konsequente Ruhephase von ca. 3 Tagen zur Sicherung der Wundheilung sowie ein Sport- und Sexverzicht für ca. 7-10 Tage eingehalten werden. In der Folgezeit sollten bis zur vollständigen Abheilung der Wunden zur Fixation der Hoden enge Unterhosen getragen werden. Weitere Einschränkungen gibt es dann nicht mehr.

Besonderst zu beachten ist, dass bis zur mikroskopischen Sicherung des OP-Erfolges und dem Nachweis der kompletten Entleerung der Samenblasen (den Zwischenspeichern der Spermien hinter der Prostata) weiterhin anderweitig verhütet werden muss !! Nach 2 Monaten, und der dann kompletten Heilung und Stabilisierung der inneren Wunde, werden zwei aufeinanderfolgende Spermaproben mikroskopisch auf Spermienfreiheit untersucht. Da nur ca. 2-5 Prozent des Samenergusses Spermien sind, kann man nach der Sterilisation keine Veränderung des Samenergusses mit bloßem Auge sehen. Erst wenn zwei aufeinanderfolge Spermaproben mikroskopisch spermienfrei sind kann auf eine anderweitige Verhütung verzichtet werden.